Perücken Ratgeber

Was ist eine Permanent Perücke?

Frau trägt Permanent Perücke
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Verfasst von Katharina Muhr

Eine Permanent Perücke ist eine Perücke, die mit speziellem Perückenkleber für 3 bis 4 Wochen auf der Kopfhaut festgeklebt wird. Nach dieser Zeit wird sie vom Zweithaarspezialisten wieder abgenommen und erneut permanent befestigt.

Diese Art von Haarersatz wird bevorzugt bei diffusem Haarausfall (diffuser Alopezie), bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia Areata) oder bei Haarausfall aufgrund von Chemotherapie genutzt, um das Zweithaar nicht täglich abnehmen und wieder aufsetzen zu müssen.

Sind noch Eigenhaare auf dem Kopf vorhanden, können zur Haarverdichtung auch Haarteile, Toupets oder andere Haarsysteme permanent integriert werden.

Wie funktioniert die permanente Befestigung?

Permanente Befestigung von Perücken

Perücken werden im sogenannten Vollbonding auf die Kopfhaut geklebt. Das bedeutet, dass die Haare vollkommen entfernt sein müssen, da die Montur sonst nicht richtig aufgeklebt werden kann. Dabei wird die Kopfhaut vollständig mit einem speziellen Perückenkleber bestrichen. Gegebenenfalls benötigt die Montur der Perücke auch eine Schicht Kleber. Der Kleber muss kurz einwirken, bevor die Perücke in ihre endgültige Position gebracht wird. Dabei wird das Anhaften der Zweitfrisur an der Kopfhaut durch leichten Druck unterstützt. Zum Schluss wird das Zweithaar noch gestylt, um seinen letzten Schliff zu erhalten. Die Verklebung bietet im Idealfall 3 bis 5 Wochen perfekten Halt.

Permanente Befestigung von Haarteilen

 

Für die permanente Befestigung von Haarteilen gibt es mehrere Möglichkeiten:

 

  • MicroBellargo
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    Hierbei wird das Haarteil mithilfe von Hülsen mit dem Eigenhaar verbunden. Die Innenkanten der weichen Hülsen sind rundgeschliffen. Somit wird das Haar nicht verletzt. Die Hülsen können beim Herauswachsen der Haare mit einer Spezialzange ganz leicht geöffnet werden, um die neue Haarlänge anzupassen. Diese Befestigungsweise ist ideal für Haarteile zur Haarintegration. Die Befestigung dauert insgesamt 1 bis 2 Stunden und muss alle 4 bis 6 Wochen erneuert werden.

     

  • Hairweaving
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    Hierbei werden je nach Haarstärke um die 30 bis 40 Haare mit Fäden verwoben und anschließend mit dem Fremdhaar des Haarteils verknotet. Die Befestigungspunkte können nur am Hinterkopf und an den Seiten gewählt werden, aber nicht am Oberkopf. Da bei dieser Befestigungsart hohe Spannungen entstehen, können manchmal Haare ausfallen. Beim Auflösen der Befestigung nach einigen Wochen wird das eigene Haar nicht verletzt.
     

  • Micropointverfahren
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    Bei diesem Verfahren wird genauso vorgegangen wie beim Hairweaving. Doch damit sich die verknoteten Haarsträhnen nicht so schnell lösen, werden sie zusätzlich mit einem Klebepunkt versehen. Die Befestigung wächst mit dem Eigenhaar wieder aus. Der Kleber lässt sich jedoch sehr schlecht wieder lösen, sodass die Haare meist abgeschnitten werden müssen, um das Zweithaar erneut zu befestigen.

    Für welche Perücken ist eine permanente Befestigung möglich?

    Je nach Flüssigkleber können Perücken- und Haarteilmonturen aus Silikon, Monofilament oder Lace Front Ansätze permanent befestigt werden. In regelmäßigen Abständen von mehreren Wochen wird das Zweithaar neu befestigt. Für das Ablösen der Zweitfrisur ist ein spezieller Remover notwendig.
     
    Zur permanenten Einarbeitung von einzelnen Haarsträhnen können verschiedene Haarqualitäten verwendet werden.

    Wann ist diese Maßnahme empfehlenswert und wann ist davon abzuraten?

    Eine permanente Befestigung von Perücken im Vollbondingverfahren ist nur sinnvoll, wenn das Zweithaar für einige Zeit wirklich täglich benötigt wird, zum Beispiel bei Haarausfall durch Chemotherapie. Ebenso sind Menschen mit Alopezie auf einen permanenten Haarersatz angewiesen. Wer nur hin und wieder eine Zweitfrisur tragen möchte, muss diese nicht permanent befestigen.

    Auch bei Halbglatze oder Geheimratsecken ist eine permanente Befestigung von Haarteilen und Haarintegrationssystemen ratsam. Denn diese Befestigungsart vermittelt Sicherheit und stärkt das Selbstvertrauen, da die Haarteile auch beim Schlafen, Duschen und Schwimmen getragen werden können und nicht auffallen.

    Wie ist das Preisleistungsverhältnis?

    Die permanenten Befestigungsmethoden sind sehr zeitintensiv und deshalb auch sehr kostspielig. Je nach Haarqualität und je nachdem wie viel Haar oder wie viele Haarteile eingearbeitet werden müssen, können die Kosten pro Sitzung zwischen 80 und 200 Euro betragen. Bei Vollbonding können sich die Kosten inklusive der Perücke bis auf 2500 oder 3000 Euro belaufen, je nach Haarqualität. Allerdings sind die Kosten sehr individuell und können von Behandlung zu Behandlung abweichen in Abhängigkeit von Aufwand und Haarlänge. Das Preisleistungsverhältnis ist dementsprechend angemessen.

    Fazit

    Eine permanente Befestigung einer Zweitfrisur sollte nur dann vorgenommen werden, wenn sie wirklich notwendig ist. Bei Haarausfall aufgrund von Chemotherapie oder bei diffusem Haarausfall beispielsweise ist ein täglicher Haarersatz notwendig. Hier macht eine Permanent Perücke wirklich Sinn. Wer sich aus Modegründen eine Zweitfrisur anschaffen möchte, muss den Haarersatz nicht permanent befestigen lassen. Hierfür reicht auch ein Perücken Cap oder ein Silikonring aus, damit die Zweitfrisur gut sitzt. Vor dem Schlafengehen wird sie dann wieder abgenommen. Auch bei permanent befestigten Haarteilen sollten Sie sich zuvor gut überlegen, ob Sie wirklich eine permanente Befestigung benötigen. Einige Befestigungsmethoden können das Eigenhaar schädigen oder das Haar kann durch hohe Zugspannung ausfallen.

    Über den Autor

    Katharina Muhr

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